Naturheilpraxis - Detlef Broda
Leber-Belastung - die Rolle der Darmflora

aus dem Fachmagazin für Naturheilkunde     
naturheilkunde journal
November 2011 13.Jahrgang

Die Leber ist das zentrale Organ des Stoffwechsels. Sie ist für die Synthese von Ketonkörpern, Cholesterin und Gallensäuren und für die Produktion der Bluteiweiße verantwortlich. Außerdem findet in der Leber die Gluconeogenese (hormonell gesteuerte Neubildung von Zucker) statt. Neben der Synthese ist die Leber auch für die Speicherung und Entgiftung zahlreicher Stoffklassen zuständig. Sie speichert zum Beispiel Glucose (Zucker), Fett und fettlösliche Vitamine und entgiftet Bilirubin (gelbbrauner Gallenfarbstoff), Steroidhormone (Geschlechtshormone), Medikamente und Ammoniak.
Eine Beeinträchtigung der Leberfunktion hat weit reichende Folgen für den Organismus. Doch die Symptome einer Schädigung oder Erkrankung der Leber sind oft lange nicht eindeutig, da sich im Lebergewebe keine schmerzleitenden Nervenfasern befinden. Die Symptome, die auf eine beginnende Leberstörung hinweisen können, sind eher unspezifisch:
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache
  • Völlegefühle nach dem Essen
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Oberbauchschmerzen
  • Unverträglichkeit von Fett und Alkohol
  • Blähungen
  • Durchfall
  • häufiges Zahnfleisch bluten
  • Nasenbluten
  • Blutergüsse
  • verstärkte Neigung zum Schwitzen oder Frieren
Aus diesen Symptomen allein lässt sich nicht schließen, ob eine Leberschädigung vorliegt oder wie weit die Leberschädigung fortgeschritten ist. Auch diagnostisch lässt sich eine beginnende Leber-Belastung nur schwer fassen. Herkömmliche biochemische Untersuchungsparameter greifen erst, wenn bereits degenerative (strukturelle und funktionelle Veränderungen) Prozesse in der Leber stattgefunden haben.
Erkrankungen der Leber werden deshalb oft erst spät erkannt!
  • Leberschäden durch exogene (äußere) und endogene (innere) Faktoren
Leberschädigende Stoffe werden einerseits von außen aufgenommen:
  • Überernährung
  • Alkohol
  • toxische Substanzen wie Medikamente, Drogen, Gifte
  • aber auch Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten
können der Leber schaden. Die Ursache einer Leber-Belastung kann aber auch im Körper selbst liegen. Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen und eine proteolytenreiche (eiweißverdauende) Mikro-Flora im Darm können der Leber zusetzen.
  • Leber-Belastung durch proteolytische (eiweißverdauende) Mikroorganismen
Ist die Mikro-Flora im Darm reich an eiweißverdauenden Bakterien, entstehen vermehrt Ammoniak, Phenol, Skatol und fäulnisbildende Stoffwechselendprodukte. Die Stoffwechselprodukte werden über die Darmschleimhaut aufgenommen und in die Leber transportiert. Da die eiweißverdauenden Bakterien vorwiegend den Gram-negativen Bakterien angehören, fällt beim Absterben der Bakterien vermehrt Endotoxin (inneres Gift) an, das im Dünndarm aufgenommen wird und über die Leber entgiftet werden muss.Die Leber entgiftet den Ammoniak und die stickstoffhaltigen Stoffwechselprodukte über den Harnstoffzyklus (Ausscheidung über den Urin). Der Großteil des entstandenen Harnstoffs wird mit dem Urin ausgeschieden. Etwa 20% werden jedoch über die Gallenblase und das portale System (Gefäßsytem der Leber) zurück in den Darm transportiert und unterliegen somit dem enterohepatischen Kreislauf ( Dünndarm-Galle-Leber-Dickdarm-Leber). Dort zerlegen die ureasebildenden Proteolyten den Harnstoff wieder in Ammoniak und Kohlendioxid und alkalisieren so das Darm-Milieu. In einem alkalischen Milieu findet die eiweißverdauende Darmflora verbesserte Lebensbedingungen vor und vermehrt sich, die Zellzahlen von Laktobazillen und Bifidobakterien gehen dagegen zurück. Damit verstärken sich die Eiweißauflösung und die Alkalisierung des Milieus zusätzlich. Die Leber wird mit einer ansteigenden Konzentration von stickstoffhaltigen Stoffwechselprodukten belastet.
  • Nachweis einer beginnenden Leber-Belastung
Das Institut für Mikroökologie in Herborn kann die Durchlässigkeit der Schleimhaut und die Belastung mit endogenen (inneren) Lebertoxinen über den neu entwickelten Hepar-Check (Leber-Test) nachwesen. Über das alpha-1-Antitrypsin und die Buttersäure beurteilt der Hepar-Check die Durchlässigkeit und den Versorgungszustand der Darmschleimhaut/Darmflora. Damit lässt sich der Einstrom an Lebertoxinen in den Körper indirekt bestimmen. Iso-Fettsäuren dienen als Marker für einen gesteigerten bakteriellen Eiweißabbau im Darm, da nur Bakterien Iso-Fettsäuren aus Proteinen bilden können. Zusätzlich umfasst der Hepar-Check den Nachweis von Markerorganismen aus der proteolytischen Flora und der Protektiv-Flora. Damit ist die Aussage möglich, ob die Mikro-Flora/Darmflora/Darmbarriere im Darm des Patienten die Leber schützen kann oder sie durch eine ungünstige Zusammensetzung zusätzlich belastet.
Der Hepar-Check umfasst für Sie folgende Parameter:
  • Iso-Fettsäuren
  • Buttersäure
  • Protektiv-Flora
  • proteolytische Flora
  • alpha-1-Antitrypsin
Über die Kombination der verschiedenen Parameter kann der Hepar-Check eine beginnende Leber-Belastung durch eine vermehrte Bildung und/oder einen erhöhten Einstrom an Lebertoxinen aufspüren, bevor es zu schweren Schädigungen kommt. Die Lebertoxine können medikamentös gebunden und ausgeleitet werden. Bei einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut bieten sich Verfahren zur Stabilisierung der Darmschleimhaut und Darmflora an. Zum Beispiel die sanfte Darmsanierung über die Mikrobiologische Autovaccine Therapie.
Ausfühliche Informationen können Sie auf meiner Homepage unter dem Thema Mikrobiologische Therapie nachlesen. Danke.